Sportphysiotherapie

Als Sportphysiotherapeut des DOSB und Physiotherapeut der Biathlonnationalmannschaft der Herren konnte ich in den letzten Jahren sehr viele Erfahrungen sammeln, die ich nun gerne auch jedem Freizeitsportler weitergeben möchte.

Gerade im Bereich von akuten Sportverletzungen werden in der Primär-(Erst)versorgung noch viele Fehler gemacht, die den Heilungsverlauf stark verzögern können. Aber auch in der Rehabilitation (Trainingsaufbau nach der Verletzung) und in der Prävention zur Vorbeugung von Sportverletzungen sind noch große Reserven vorhanden, die man mit einer professionellen Herangehensweise stark minimieren kann.

In der Sportrehabilitation wird der Patient von der Erstversorgung bei akuten Verletzungen (z.B. Sprunggelenksverletzung)mit Hilfe eines stabilisierenden Tapeverbandes, bis zur Wiederherstellung der vollständigen Funktionsfähigkeit, durch die medizinische Trainingstherapie begleitet. Aber auch chronische Probleme (z.B. Überbelastung der Achillessehne) können erfolgreich austherapiert werden.
Mit Hilfe spezieller medizinischer Trainingsgeräte wird für den Patienten ein genau abgestimmtes Trainingsprogramm durchgeführt. Zusätzlich werden durch speziell erlernte Techniken und sportmedizinische Trainingsmethotik die verschiedenen Bereiche Koordination, Kraftausdauer, Schnellkraft und Maximalkraft geschult.
Hierbei wird in regenerativer und aktivierender Massage unterschieden. Bei der „Regenerationsmassage“ wird der Tonus (die Spannung) in der Muskulatur durch einen speziellen Behandlungsaufbau sowie verschiedenen Grifftechniken vermindert und die Regeneration verschiedener Areale (z.B. Beine, Arme, Rücken…) beschleunigt. Diese Anwendung bietet sich nach körperlichen Belastungen wie Joggen, Radfahren u.s.w. an.

Bei der „aktivierenden Massage“ wird die Muskulatur ebenfalls durch einen speziellen Behandlungsaufbau sowie verschiedenen Grifftechniken aktiviert, so dass eine Tonuserhöhung in der Muskulatur stattfindet. Diese Anwendung bietet sich vor körperlichen Belastungen und Wettkämpfen an.

Sport-Taping

Das Sport-Taping hat sich im Rahmen der prophylaktischen Vorsorge bei Sportlern mit instabilen Bandapparaten oder ähnlichen Defekten in den letzten Jahren breit etabliert. Gerade akute Kapsel,- Bänder- und Muskelverletzungen können mit Sport- Tapes behandelt werden. Ein richtig angelegtes Tape kann dabei wirkungsvoll zur Behandlung von Bandrupturen oder anderen Verletzungen im Bereich des Bewegungsapparates verwendet werden.
Anders als beim Kinesiotape ist das Sporttape fest und unelastisch und kann somit vorübergehend die Funktion von Gelenkkapsel oder Bändern z.T. übernehmen bzw. stabilisieren.

Kinesiotaping

Das Kinesiotaping ist eine neue, moderne Form des Tapens, die ihren Einsatz immer mehr neben dem Hochleistungssport auch im medizinischen Bereich findet. Gerade im akuten wie auch im chronischen Bereich von orthopädischen und neurologischen Störungen des Bewegungsapparates kann mit Hilfe dieser Tapetechnik eine schnellere Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung erzielt werden. Aber auch bei oberflächlichen oder tiefliegenden Hämatomen (Schwellungen) kann man mit einem so genannten Lymphtape die Regeneration deutlich beschleunigen.
Die Beschaffenheit des Tapes (Dicke & Gewicht) ist mit der, der menschlichen Haut vergleichbar und hat eine Dehnfähigkeit von ca. 130- 140 %. Dadurch gibt es keinerlei Bewegungseinschränkungen, kann 3- 5 Tage getragen werden und hat einen positiven Einfluss auf:

– Sensoren der Haut (Schmerzempfinden)
– Muskulatur und ihre Ursprünge und Ansätze (Stoffwechselsituation)
– stabilisierende Unterstützung der Gelenkfunktion
– zirkulatorisches System (Lymphsystem)

Das Tape ist hypoallergen, atmungsaktiv, wasserbeständig und unterstützt bzw. beschleunigt den Heilungsprozess- / verlauf.

Durch speziell ausgearbeitete Trainingspläne werden Übungen vermittelt, die die verletzungsanfälligen Strukturen des Patienten trainieren, stabilisieren und somit vor neuen Verletzungen schützen.